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Die große Enzyklopädie des mechanischen Rechnens

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Besuch Dresden Technische Sammlungen


1 Besuch der  Technischen Sammlungen der  Stadt Dresden

 
Eine kurze Rundreise gibt mir die Gelegenheit, in Dresden endlich die neuerstellte  Fauenkirche und weitere Restaurierungen zu besichtigen. Im Juni 2010 ist zwar der  Mathematisch-Physikalische Salon im Dresdener Zwinger immer noch wegen Baumaßnahmen nach der  verhehrenden Flutkatastophe vor einigen Jahren geschlossen, aber da gibt es ja die  Technischen Sammlungen der Stadt Dresden, ein bisschen außerhalb der Touristenströme. An diesem sonnigen Sonntag ist die nette Dame an der Kasse froh, den seltenen Besuchern einige erste Erläuterungen zu den stattfindenden Aussstellungen zu geben. Der Sammler in mir interessiert sich natürlich hauptsächlich für die Rechentechnik und lässt die  Foto- und Kinoapparate links liegen. Der Aufsicht im zweiten Stock muss man erst mal die 3-Euro-Fotoerlaubnis vorlegen, die an der Kasse erhältlich war. Und dann knipst man drauf los. Ist ja sonst niemand da.

Mitterhofer Modell 2
Mitterhofer Modell 2
Zwischen Mega-Zahlen als Präsentiertische finden sich Highlights der allgemeineren Technikgeschichte. Da fällt mir sofort die Vetrine mit dem Dresdener Exemplar der Mitterhofer-Schreibmaschine auf, schließlich war meine kürzliche Teilnahme am internationalen Büromaschinen-Treffen in Partschins ein Anlass, hier in Dresden genau nach diesem Unikat zu suchen und davon zu berichten. Bei der sonst ausführlichen Beschreibung fehlt aber leider ein Hinweis auf das  Partschinser Scheibmaschinen-Museum, das ja neben seinen 1500 Exponaten einige andere Ausführungen des Erfinders aus ebendiesem Südtiroler Ort beherbergt.

runde Mercedes_Gauß
runde Mercedes_Gauß
offene Mercedes_Gauß, rechts Staffelscheibe
offene Mercedes_Gauß, rechts Staffelscheibe
Staffelwalzenmodell
Staffelwalzenmodell
Blick in den Ausstellungssaal
Blick in den Ausstellungssaal
Schreib- und Rechenmaschinen
Schreib- und Rechenmaschinen











Detailgetreu nachgebaute Modelle der Leibniz-Staffelwalzen-Maschine und des Schickardschen Rechenwerks beweisen dann sofort das Niveau der hier präsentierten Rechenmaschinen. In einer Seiten-Vetrine erspähe ich auch gleich, ganz obenauf die große, runde Mercedes_Gauß. Neben dem vollständigen Gerät und seiner Leder-Tagetasche sogar noch ein geöffnetes mit seiner Stufenscheibe. Die Glasscheiben spiegeln zwar etwas, ohne jedoch die Faszination zu verderben, die sich auch nicht durch die doch recht traditionellen, hohen Vetrinen und den ausführlichen Erläuterungen mindert. Ein etwas kürzer geratener Besucher oder ein Schulkind hätte sie vielleicht gar nicht bemerkt. Und da mache ich mir sofort die Gedanken, wie überhaupt die ja schon längst ausgestorbene, mechanische Rechentechnik oder auch die darauffolgende elektronische vermittelt werden kann.

Als ich mich umdrehe, entdecke ich aber gleich die didaktischen Anstrengungen der Aussteller, die wesentlichen Schaltorg der ersten Rechenmaschinen anhand von nachgebauten Modellen zu illustrieren. Leider sind diese wieder mehr ästhetisch-historisch, als handgreiflich, eher für Detail-Interessierte, als für neugierige Schüler. Aber die werden bestimmt im nächsten Stockwerk bedient, wie wir noch sehen werden. Die bunten, riesigen Zahlen, auf denen einige der insgesamt etwa vierzig Exponate stehen, lockern das sonst vorherrschende, düstere Maschinenschwarz etwas auf, besonders im hinteren Teil, der auf die Anfänge der elektronischen Rechentechnik der dann allmählich untergehenden DDR eingeht. Als auf rein mechanische Geräte fixierter Sammler schaue ich sie nur von weitem an und bestaune eher noch kurz die riesige XxX mit Druckwerk, die das mir bekannte "normale große", schon 30kg schwere Exemplar noch weit übertrifft.

Überhaupt sind speziell die Dresdener Namen: Büttner, Küttner, Heinitz und natürlich Seidel und Naumann mit ihren Erfindungen vertreten.

Mathematik-Spiele
Mathematik-Spiele
Im nächsten Stockwerk steht nun die Mathematik-Didaktik im Vordergrund. In der Art der modernen Science-Centers drängen sich im geräumigen und hellen Fabriksaal des ehemaligen  VEB Pentacon jede Menge von didaktischen Installationen zum Experimentieren mathematischer Phänomene. Und tatsächlich tummeln sich hier die Kinder beflissener Dresdener Sonntagsausflügler und drücken Knöpfe, pusten Seifenblasen oder drehen bunte Räder.

Eine Gruppe freiwilliger Mathematikstudenten achtet darauf, die Installationen zu bewachen und zu erklären. Die Idee ist - bestätigen sie mir -, in einem weiteren Rahmen zukünftig Mathematik und Rechentechnik noch anschaulicher und eventuell einheitlich zu vermitteln.

Als Kontrast zu einem früheren Besuch im  Arithmeum Bonn fällt mir beim Weggehen ein, dass im Umfeld der Maschinen und an den Wänden der eben angeschauten  Technischen Sammlung Dresden die künstlerische Beschäftigung mit der dargestellten Technik ganz und gar fehlt und der rein technische Aspekt dominiert. Nur mit Glas-Vetrinen oder Kinder-Spielchen können diese Art von Museen sicher nicht mit den Schlangen vor den reinen Kunstausstellungen konkurrieren. Da müssen sich die Museums-Kuratoren noch einigen einfallen lassen, um ausreichend Publikum in ihre technischen Ausstellungen zu locken und sowohl den Spieltrieb der Kleinen, als auch den Entdeckerwunsch der Älteren zu befriedigen.

 

2 Literatur


3 Copyright

Alle Rechte beim Verfasser

Erstellt von: Wolfgang Irler 12:31, 9. Jun 2010 (CEST)



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