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Rechnerlexikon

Die große Enzyklopädie des mechanischen Rechnens

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Sammlertreffen Eichenau 10.7.2010


1 Sammlertreffen Eichenau 10.7.2010 "mechanisierte Rechentabellen"

Trotz der herrschenden Hitzewelle kommt wieder mal aus allen Himmelsrichtungen ein rundes Dutzend Bürogerätesammler zum Biergartentreffen. Urlaubszeit und Fußballspiele haben sie nicht davon abgehalten, Interesse an "mechanisierten Rechentabellen" auszudrücken, auch wenn es sich gar nicht um Maschinen mit Rechenwerk oder Zehnerüberträgen handelt.

So mancher hatte wahrscheinlich sogar Probleme, etwas entsprechendes mitbringen zu können. Immerhin reiht sich dann aber doch eine ganze Palette recht exotischer Geräten aneinander: von einer winzigen Umrechnungstabelle aus Pappe bis zum meterlangen Gußeisen-Calculator von Hines. Letzterer ist natürlich das Highlight, sowohl von der Dimension her, als auch wegen der damit realisierten komplizierten Umrechnung von den englischen Gewichtseinheiten zu den damals üblichen Nicht-Dezimalpreisen. Wer weiß schon, dass 9 pound, 15 Unzen per einem Einheitspreis von 8 1/2 pence dann "seven shilling, zero full pence and one half pence" ausmachen? Naja, dazu brauchte man Hines_Patent_Calculator, wie uns Reinmar gekonnt zeigt. Wir glauben's ihm, bzw. dem nach Tastendruck aufgeschnappten Ergebnis.

 Ausstellungstisch
Ausstellungstisch
  Hines' Patent Calculator
Hines' Patent Calculator
  Hines' Berechnung
Hines' Berechnung

  Rolle
Rolle
  Vorführung
Vorführung
Leichter nachzuvollziehen war dann doch der von Stephan präsentierte AMSA-Kalkulator für die Metzgerei aus den 20-er Jahren, auf der sich der Endpreis der Hauswurst auf den Pfennig genau -und alles rein dezimal - ankurbeln lässt.

  Holz-Rolle
Holz-Rolle
Im Prinzip genauso funktionierte auch schon der kleine drehbare Umrechnungs-Zylinder aus Holz und Karton, dessen nachgefragter Schätzwert einem unserer Gäste ein erstauntes "ooh" entlockt.
  Probieren
Probieren
Neben diesen doch recht umfangreichen Umrechnungstabellen, nehmen sich dann die einfachen Multiplikationstabellen recht künmmerlich aus. Das kleine Einmaleins aus den Drehungen der Bleistift- oder Spitzer-Dose war wohl eher was für Kinder aus der Vor-Computerzeit, ergänzt aber oft als mittlerweile wertvoller Sammlergegenstand unsere Sammlungen. Und alle Instrumente werden fleißig von denen ausprobiert, die sie noch nicht besitzen.
  Eureka
Eureka
Die raffinierte Hebel-Mechanik des kleinen Rechenkünstlers aus den fünfziger Jahren, die schon viel früher im "educated monkey" und ähnlichen Tieren patentiert worden war, animiert dann die Spekulationen, wer von wem die Idee kopiert hatte und wer das erfolgreichste Gerät produzierte. Mit Sicherheit das ästhetischste Spielzeug ist in dieser Hinsicht das "Eureka" von Friedrich Soennecken (Patent:DE51445), das wir in einer Französischen Version bewundern können. Dass bei diesen Geräten beim Verschieben der Füße oder beim Knopfdrehen ein Zeiger auf das Produkt der eingestellten Zahlen zeigt, provoziert dann einen eher kindlichen Aha-Effekt.
Bei der darauffolgenden Diskussion über die Themen der nächsten Treffen tritt der Zwiespalt unserer Sammlerleidenschaft zutage: da sind die Objekt-Sammler, die hauptsächlich an die Objekte denken, die sie zeigen könnten, und dann die geschichtswissenschaftlich Interessierten, denen mehr die Unterschiede der Rechenwerke und die Methoden ihrer Bedienung am Herzen liegen. Jeder von uns vereint bestimmt beide Aspekte in sich, nur ist natürlich das Mitbringen von gesammeltem Material viel weniger aufwendig, als das Lernen und Vorführen von früheren Algorithmen. Das nächste Treffen wird wohl "Korrespondenz-Dokumente rund um den Verkauf und die Wartung von Büromaschinen" zum Inhalt haben.

2 Literatur


3 Copyright

Alle Rechte beim Verfasser

Erstellt von: Wolfgang Irler 17:13, 13. Jul 2010 (CEST)



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