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Die große Enzyklopädie des mechanischen Rechnens

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Sammlertreffen Eichenau 11. Oktober 2008


1 "Mein ältestes Stück"

Das Thema des Treffens "Mein ältestes Stück", das keine fachlichen Grenzen setzte, brachte es mit sich, dass die Bandbreite der mitgebrachten Objekte so groß wie selten war. Es fanden sich Staffelwalzenmachinen neben Rechenpfennigen, Tafelwerke, Schreibmaschinen, Proportionalzirkel und vieles mehr. Aufgelockert und erweitert wurde das ganze noch dadurch, dass das Thema von den Teilnehmern nicht so streng gesehen und auch z.B. als "mein ältestes Stück seiner Art" oder "mein ziemlich altes Lieblingsstück" interpretiert wurde.

Nun aber zu den Exponaten:

Die Senioren unter den mitgebrachten Sammlerstücken stellte zweifelsohne die Gruppe der Rechenpfennige, von denen etliche aus dem 16. Jahrhundert stammten, aber sogar ein Methusalem aus dem Frankreich des vierzehnten Jahrhunderts hatte sich eingefunden. Schön waren die Darstellungen darauf, unter denen sich sowohl belehrende Inhalte oder gar moralisierende Sinnsprüche, aber auch politische Karrikaturen fanden. Für die Löcher in etlichen Rechenpfennigen wurden verschiedene Theorien erörtert. Neben der einfachen Vermutung, dass die gelochten Pfennige als Schmuckstück an Ketten getragen wurden, gab es die Theorie, dass man sie schon zu ihrer Verwendungszeit offiziell gelocht hatte, damit sie nicht als Zahlungsmittel verwendet werden konnten. Dazu kam noch die Geschichte, dass die Frau Rechenmeisterin bei Abwesenheit des Hausherrn die Pfennige (warum eigentlich?) an die Wand genagelt habe.

Nicht ganz so alt war ein Tafelwerk mit Multipliziertabellen von Johann Jakob Schübler aus dem Jahr 1739. Dass solche Werke heute selten sind, liegt nicht zuletzt daran, dass viele von ihnen als doch recht handlungsarme Bücher den Weg so manchen Brennmaterials gegangen sind.

Dann war da noch - Ein Burkhard-Arithmometer mit der Seriennummer 51 aus dem Jahr 1878 - Ein früher Webb Adder von 1810 - Ein elfenbeinererner Proportionalzirkel, vermutlich auch aus dem 19. Jahrhundert (  http://www.rechnerlexikon.de/artikel/Proportionalzirkel_nach_Galileo ) - Ein Gem-Calcuator von Guthrie, der 1890 patentiert wurde (  http://www.rechnerlexikon.de/artikel/GEM_Calculator_(Guthrie) ) - Wunderschöne Boxwood-Rechenschieber, die zur Ermittlung der Brantweinsteuer verwendet wurden - Als technische Kuriosität eine kupferne Rechenscheibe mit Umdrehungszähler

 

Und last not least die Blickensderfer Schreibmaschine, deren Erwerb in frühen Ebay-Tagen aus Amerika von Klaus Hladni bühnenreif erzählt wurde.

Hamburg, 19.10.2008 Barbara Haeberlin

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